Nachdem ich Anfang September die Lehre zum Mechatroniker bei Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH begonnen habe, war bis vor kurzem nicht klar, ob ich trotz Nominierung durch den BDR an den Europameisterschaften am 05./06. Oktober in Il Ciocco, Toskana, Italien teilnehmen werden kann. Als sich dann herausstellte, dass die Auszubildenden am Freitag, 04.10.2019, ebenfalls freigestellt werden, stand der weiteren Planung nichts mehr im Wege.

Am Tag der Deutschen Einheit trat ich dann um 6:30 Uhr die Reise an. Wie erwartet zogen sich die 965 km wegen Stau, Baustellen etc. in die Länge, so dass ich dann um 22:15 Uhr endlich meinen Bestimmungsort erreichte.

Freitags standen dann nur um 14:00 Uhr die Besprechung mit dem Teammanager des Deutschen Nationalteam, die finale Registrierung, sowie die „zu Fuß“-Besichtigung der Sektionen und eines kleinen Trainings zum Akklimatisieren an. Die Sektionen bestanden vorwiegend aus Steinen, Beton und Holz und waren nebeneinander auf einem Fußballplatz angeordnet. Dieser befindet sich recht weit oben auf dem „Lebenden Berg“, der am höchsten Punkt 1273m misst und geprägt ist, von vielen sportlichen Möglichkeiten, es sind aber auch Hotels, Ferienhäuser, Restaurants, etc. angesiedelt.

Am Samstag ab 8:30 Uhr bis nach 20 Uhr fanden dann alle Halbfinale statt. Es mussten 5 Sektionen a 2 Runden gefahren werden. Zum ersten Mal bei einer Europameisterschaft wurde auch das positive Wertungssystem eingesetzt. Jede der 5 Sektionen war in sechs Abschnitte aufgeteilt. Jeder dieser Abschnitte konnte nochmals bis zu viermal unterteilt sein, was darüber hinaus mit Buchstaben (A-D) gekennzeichnet wurde. Jeder ohne Strafpunkte komplett bestandene Abschnitt (1-6) wurde mit zehn Punkten belohnt, so dass in jeder der 5 Sektionen maximal 60 Punkte erreicht werden konnte und pro Runde maximal 300 Punkte erreicht werden konnte, was bei 2 Runden ein bestmögliches Ergebnis von 600 Punkten bedeutete. Sämtliche sonstige internationale Fahrradtrial Regelungen hatten auch weiterhin Bestand, so dass Füße weiterhin mitgezählt wurden, fünf davon, Überschwenken, Tor auslassen, falsches Tor fahren etc. führten zum sofortigen Stopp und dem zwangsweisen Verlassen der Sektionen. Außerdem ist die Fahrtzeit pro Sektion auf 2 Minuten beschränkt. Wurde diese erreicht, musste die Sektion ebenfalls sofort verlassen werden. Alle bis zum Verlassen der Sektion erreichten Punkte gehen in die Wertung ein.

Um 14:30 Uhr starteten die Fahrer „Elite Men 26 Zoll“ in 5er Gruppen zeitversetzt. Mit mir auf der Bühne fanden sich neben einem Schweizer und einem Franzosen zwei weitere deutsche Fahrer ein. Ich bin gut in den Wettkampf reingekommen, konnte aber in meiner ersten Runde aufgrund des Schwierigkeitsgrades in meinem ersten Jahr in der Elite-Klasse nicht alle Punkte einfahren. War aber mit den erreichten 180 Punkten auch nicht ganz unzufrieden. Leider lief die zweite Runde nicht besser. Ich hatte mir selbst zu viel Druck gemacht, da ich unbedingt besser als in der ersten Runde abschneiden wollte. Nachdem die ersten Fehler sich eingeschlichen hatten, die ich mental nur sub-optimal verarbeitet habe, führte eins zum anderen und am Ende waren es „nur“ 120 Punkte. Insgesamt bedeutete das den 20. Platz von 32 Startern, was mich nach einmal Schlafen, dann doch mit Stolz erfüllte.

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